Neues Erbrecht seit 2023: Warum Sie Ihr Testament prüfen sollten
Kleinere Pflichtteile, mehr Freiheit: Was sich geändert hat und warum ältere Testamente heute anders wirken können als gedacht.
Ohne Trauschein hat Ihr Partner kein gesetzliches Erbrecht. Welche Lücken das öffnet und mit welchen Schritten Sie sie schliessen.
Entwurf – vor der Veröffentlichung fachlich prüfen lassen.
Viele Paare leben seit Jahren zusammen, teilen Wohnung, Rechnungen und oft auch Kinder – und gehen davon aus, im Ernstfall füreinander abgesichert zu sein. Rechtlich gelten Konkubinatspartner jedoch als zwei Einzelpersonen. Das hat im Todesfall weitreichende Folgen.
Stirbt eine Person im Konkubinat ohne Testament, erbt der Partner nichts. Das Vermögen geht an die gesetzlichen Erben: zuerst an die Kinder, gibt es keine, an die Eltern und deren Nachkommen, also zum Beispiel an Geschwister.
Mit einem Testament oder einem Erbvertrag können Sie Ihren Partner begünstigen, im Rahmen der frei verfügbaren Quote. Seit dem neuen Erbrecht ist diese deutlich grösser:
Ein Testament ist nur gültig, wenn es vollständig von Hand geschrieben, datiert und unterschrieben oder öffentlich beurkundet ist.
Gelder aus Pensionskasse und Säule 3a folgen eigenen Regeln – nicht Ihrem Testament. Konkubinatspartner können begünstigt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, typischerweise ein ununterbrochenes Zusammenleben in den letzten fünf Jahren oder gemeinsame Kinder. Bei vielen Pensionskassen muss der Partner zu Lebzeiten schriftlich gemeldet werden. Ob und welche Leistungen es gibt, steht im Reglement Ihrer Kasse.
Konkubinatspartner haben keinen Anspruch auf eine Hinterlassenenrente der AHV. Fällt ein Einkommen weg, muss der andere Partner Wohnung und Alltag allein tragen. Eine Todesfall-Risikoversicherung mit dem Partner als begünstigter Person kann diese Lücke gezielt schliessen.
Erbschaftssteuern sind kantonal geregelt. Während Ehepartner steuerfrei erben, können für Konkubinatspartner je nach Kanton erhebliche Steuern anfallen. Manche Kantone gewähren nach mehrjährigem Zusammenleben Erleichterungen.
Der kostenlose Check zeigt Ihnen in 5 Minuten, was bei Ihnen geregelt ist und wo Lücken bestehen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Vorsorgeberatung.
Kleinere Pflichtteile, mehr Freiheit: Was sich geändert hat und warum ältere Testamente heute anders wirken können als gedacht.
Unfall, Hirnschlag, Demenz: Urteilsunfähigkeit kann jeden treffen. Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie selbst, wer dann für Sie handelt.
Neue Ratgeber-Artikel, Gesetzesänderungen und praktische Tipps zu Nachlass und Vorsorge – kurz und verständlich.